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Fundamentale Rechtsfragen des Digitalen Bankings (2021), S. V 
Vorwort 
Thomas Söbbing 

V Vorwort

Die zunehmende Digitalisierung wesentlicher Wirtschafts- und Lebensbereiche erscheint dem Zeitgenossen als die alles überragende technologische Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte. Die Rasanz mit der hier Fortschritte erzielt werden ist atemberaubend. Ein Ende dieser hochdynamischen Entwicklung ist nicht absehbar. Vor diesem Hintergrund nimmt es nicht Wunder, dass sich die Rechtswissenschaft des Themas – mit der ihr eigenen zeitlichen Verzögerung – annimmt und zunehmend Regelungs- und Regulierungsbedarfe identifiziert sowie hieran anknüpfende Lösungen anbietet. Die technologische Dynamik bildet sich dabei zunehmend auch in der Regelungsaktivität der politischen Akteure ab. So hat etwa die Europäische Kommission „Europas digitale Dekade“ ausgerufen und treibt im Zuge dessen ihre Digitalstrategie mit Macht voran.

Ungeachtet des aktuellen Technologie- und – nachfolgend – Regulierungsschubs kann der Einsatz von Informationstechnik in der Bankwirtschaft bereits auf eine recht lange Geschichte zurückblicken. So besteht etwa die Möglichkeit des Online-Banking – zunächst über eine Bildschirmtext-Schnittstelle (BTX) – seit den 1980er Jahren. Ist also der Gegenstand des vorliegenden Buchs, das „digitale Banking“, ein alter Hut? Mitnichten! Die rasante Entwicklung der letzten Jahre hat vielmehr die technologischen Grundlagen dafür gelegt, dass neue „Spieler“ das Feld betreten, die mit ihren innovativen Dienstleistungen in die angestammten Geschäftsbereiche der Banken vordringen oder sich jedenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft zu deren Kerngeschäft ausbreiten. Diese Veränderung des Marktes für Finanzdienstleistungen wirft unweigerlich auch rechtliche Fragen auf.

Hier setzt das vorliegende Buch von Thomas Söbbing an, indem es wesentliche Rechtsfragen der digitalen Bankwirtschaft identifiziert und Antworten hierauf anbietet. Die von digitalem Zahlungsverkehr über den Hochfrequenzhandel bis zu Bitcoins und Dateneigentum reichende Themenpalette bildet dabei die Breite der aktuellen Rechtsdebatte zur Digitalisierung des Finanzdiensleistungssektors ab. Trotz der hiermit verbundenen Stofffülle gerät die dargebotene tour d’horizon aus der Leserperspektive niemals zum Parforceritt. Dies liegt an der großen Anschaulichkeit der Darstellung, welche die technischen Hintergründe nicht ausspart. Auf diese Weise gelingt es dem Autor die wegen ihrer Technizität bisweilen sperrige Materie leicht zugänglich zu machen. So verschafft das Werk dem Leser einen guten Überblick über das digitale Banking, der als sichere Grundlage und Orientierung für die weitere Vertiefung der Einzelthemen dienen kann. Damit bietet es eine wertvolle Hilfe zur Erschließung dieses in die Zukunft weisenden Themenkreises.

Prof. Dr. Klaus Ulrich Schmolke

 
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